23.12.2014

Etwas Schönes zu Weihnachten

Vor nur wenigen Monaten trat eine junge Frau scheinbar unverhofft in mein Leben, sie wirkte nach außen sehr unsicher und verschlossen. Jedoch konnte ich in ihren Augen, ihrem Blick etwas Besonderes erkennen, das mich von Anfang an faszinierte…

Wir kamen ins Gespräch und es entstand ein Kontakt, der zunehmend vertrauter wurde. Irgendwann erzählte sie mir dann auch von ihrer großen Angst vor Hunden, sie wechselte damals sogar die Straßenseite, wenn ihr ein Hund begegnete.
Also erzählte ich ihr immer öfter von meinen eigenen Hunden, meiner Arbeit und meinen Erfahrungen und davon, wie wunderbar und einzigartig diese Wesen für mich seien.

Und so kam es, dass sie uns eines Tages besuchte… Meine Hunde hatte ich vorher auf „ihrer Wiese“ untergebracht, denn dort ist viel mehr Platz und Raum für solche neuartigen Begegnungen.
Ich nahm diese junge Frau an die Hand und versprach ihr, dass ich bei ihr bleiben und ihr nichts passieren würde. Wieder vertraute sie mir.

Die erste Begegnung fand am Zaun statt, ich erklärte ihr zuerst wie sie sich am besten positionieren und verhalten könne und während wir uns unterhielten fanden schon die ersten vorsichtigen Kontaktaufnahmen seitens der Hunde statt –  sie setzten zuerst Augen und Ohren ein, um sich dann mit der Nase zu erkundigen und instinktiv die Stimmung der jungen Frau wahrzunehmen.
Ashanti und Shiva verkrümelten sich sehr schnell wieder, um die Situation aus sicherer Entfernung beobachten zu können.
Puma, Tacker und Lucie hingegen blieben ganz nah am Zaun. Wobei die beiden Jungs durch eine leichte Unruhe und auch immer mal wieder ein Anbellen signalisierten: “ Da stimmt etwas nicht.“ Sie spürten die Angst und die schützende Mauer der jungen Frau.
Während wir da standen, übersetzte ich immer wieder, was die Hunde mit ihrer Mimik und Gestik, ihren Blicken und ihrer Körperhaltung „erzählten“.
Nach relativ kurzer Zeit dann entfernten sich alle Hunde vom Zaun und widmeten sich wieder „ihrer Arbeit“. Ich sah in das Gesicht der jungen Frau, nahm ihren Blick wahr und konnte spüren, dass sie viel entspannter geworden war. Sie lächelte zufrieden. Und auch meine Hunde wirkten nun sehr gelassen.
Ein guter Zeitpunkt, um das erste Treffen positiv beenden zu können.

Von da an kam die junge Frau uns nun regelmäßig besuchen. Jedes Mal gestalteten wir die Begegnungen ähnlich. Bis eines Tag der Moment gekommen war, in dem sie bereit war, den nächsten Schritt zu gehen und wir betraten gemeinsam den Bereich hinter dem Zaun. Dort blieben wir dann in Ruhe erst einmal stehen, denn diese Situation war auch für meine Hunde komisch und musste in Ruhe bewertet werden.
Alle fünf reagierten ganz ähnlich wie bei der ersten Begegnung… Ashanti und Shiva traten schnell wieder in den Hintergrund, so als wäre ihnen das Ganze nicht geheuer.
Puma bellte in Abständen die junge Frau immer wieder auffordernd an, hielt aber dabei einen respektvollen Abstand ein. Lucie hingegen stubste vorsichtig an der Hand der jungen Frau, um sich dann seitlich neben ihre Füße zu legen und laut durch zu schnaufen. Die Hündin strahlte in diesem Augenblick eine unheimliche Ruhe aus. Tacker kaute währenddessen auf einem Stück Holz herum und es schien als würde er nachdenken. Plötzlich hob er seinen Kopf, blickte kurz zu der jungen Frau und ging ungewohnt langsam in ihre Richtung – dabei wirkte er sehr ruhig und ganz weich. Ich ermunterte sie, ganz ruhig zu bleiben und sich auf ihre Atmung zu konzentrieren, was ihr tatsächlich auch gelang. Tacker blieb vor ihr stehen, wartete einen Moment und schob dann ganz sanft seinen Kopf unter ihre Hand. Sie atmete tief und Tacker „küsste“ daraufhin ihre Hand, so als wollte er sagen: „Hey, es ist alles in Ordnung und vor uns brauchst Du keine Angst zu haben!“
Puma währenddessen hörte auf zu bellen, setzte sich kurz und entspannte. Bevor er sich dann jedoch ein Stück entfernt hinlegte, stubste er die junge Frau mit der Nase an ihrem Bein und warf seinen Kopf zweimal in die Luft. Er schien ihr damit sagen zu wollen: „Das hast Du gut gemacht und siehst Du, es ist gar nicht schlimm, wenn man sich zeigt, so wie man wirklich ist!“ Und tatsächlich war die schützende Mauer, die die junge Frau über lange Zeit mühsam aufrecht gehalten hat, nun fast nicht mehr da. In ihren Augen strahlte etwas ganz Besonderes, sie schien glücklich in diesem Augenblick.
Und ich? Ich war sehr berührt, hatte Tränen in den Augen und eine riesen Gänsehaut. Ich war unheimlich stolz auf meine Hunde und bewunderte ihre Fähigkeiten im Umgang mit dieser Situation!
Für mich ist es auch immer wieder wie ein kleines Wunder, was geschieht, wenn ich vertraue und den Dingen ihren Lauf lasse… weniger denken und viel mehr meine Intuition entscheiden lassen…

Seit diesem Tag jedenfalls war das Eis gebrochen und meine Hunde haben diese junge Frau schon fest in unser Rudel integriert. Ganz toll zu beobachten ist auch, dass ihre Angst vor Hunden nun nur noch eine Unsicherheit ist. Inzwischen stellt sie uns sogar ganz mutig ihr fotographisches Talent zur Verfügung…:-)
Viel schöner und sehr wertvoll ist jedoch die besondere Verbindung, die zwischen uns allen entstanden ist. Das Gefühl der Gemeinschaft, des Vertrauens, der gegenseitigen Wertschätzung und des Respekts ist einfach durch nichts zu ersetzen. Einen Raum kreiert zu haben, an dem jeder einfach SEIN kann ist für mich jeden Tag ein großes Geschenk!

An dieser Stelle möchte ich mich von Herzen bei ALLEN bedanken, die mich bis hierher begleitet und unterstützt haben, denn ohne Euch wäre so Vieles niemals möglich gewesen!

Und nun wünsche ich allen Seelen da draußen wundervolle Weihnachtstage getragen von Frieden, Wärme und sehr viel Liebe!

Eure Franziska mit den fünf wunderbaren Fellnasen 🙂

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