05.10.2016

Impressionen des Seminars in Dresden

Hallo Ihr Lieben,

wieder einmal durften wir ein sehr tiefgehendes und emotionales Seminar erleben. Wie bei den meisten meiner Seminare gab es auch hier Themen, die uns die gesamten drei Tage begleiteten… Den „roten Faden“ webten diesmal Trauma und Sucht… Nun, zunächst mögen allein schon diese Begriffe Angst machen, macht doch der Umgang mit solchen Themen nicht nur unsicher, sondern teilweise auch sehr hilflos und schon greifen sämtliche Abwehrmechanismen, nicht hinsehen oder auch nicht wahrhaben wollen.
Wenn man sich jedoch etwas näher damit beschäftigt, relativiert sich so Manches. Ein Trauma ist nichts anderes als bildlich gesehen eine seelische Wunde verbunden mit einem Schmerz, hier geht es auch darum, wie das betroffene Lebewesen eine Situation empfindet oder empfunden hat und das ist immer individuell. Weil dieser Schmerz jedoch einmal so groß war, dass die/der Betroffene ihn kaum aushalten konnte, wurde er quasi abgetrennt, ausgelagert, zugedeckelt. Zwar ist er dann auf bewusster Ebene nicht mehr fühlbar, jedoch leider nicht verschwunden. Und so sucht er sich in versteckter Form immer wieder einen Weg an die Oberfläche, um sichtbar zu werden, damit er geheilt und die damit in Verbindung stehende Situation verarbeitet werden kann. Geschieht dies nicht, entstehen Blockaden, Ängste, Zwänge und dergleichen oder eben auch Störungen auf körperlicher Ebene…
Auch das Wort Sucht ist sehr negativ belegt und erschreckt viele. In Sucht steckt für mich auch Suche… so scheint es als würden Süchtige nach etwas suchen, so zum Beispiel nach Liebe, Geborgenheit, Aufmerksamkeit, gesehen und wertgeschätzt werden… oft fehlt hier auch (Selbst-) Vertrauen… tritt all dies im Erleben der/des Betroffenen nicht ein, so kann eine Sucht auch die Flucht in eine andere, eine eigene kleine Welt bedeuten, in der scheinbar alles gut ist… sehr häufig ist auch hier die Auseinandersetzung mit bestimmten Situationen und dem damit verbundenen Erleben sehr schmerzhaft und hinterlässt ein Gefühl der Einsamkeit…

Ich lege sehr großen Wert darauf, jedem Hund und jedem Menschen sehr offen und respektvoll zu begegnen und jeden einzelnen Schritt zu würdigen. Ich höre zu und lese zwischen den Zeilen, um zu verstehen. Ich sehe hin und bemühe mich stets in jedem Einzelnen Stärken und die Quelle seiner ganz eigenen Kraft zu finden, um dann genau darauf den Fokus legen zu können. So wird vertrauen und sich öffnen wieder möglich und wunderbare Erfahrungen können erlebt werden. Das ist wahrlich nicht immer leicht, aber… wenn es Dich nicht herausfordert, verändert es Dich nicht! ♥

Am ersten Tag schien es als würden die Hunde ihre Menschen vorstellen, um sich dann am zweiten Tag selbst so zu zeigen wie sie wirklich sind… für mich ist es immer wieder beeindruckend, auf wieviele verschiedene Arten Hunde versuchen auf Misstände eines Systems aufmerksam zu machen, wie sie sowohl ihres als auch das Innere ihrer Menschen nach außen tragen und wie sie bedingungslos das Gepäck ihrer Menschen teilweise oder ganz auf sich nehmen… sooo spannend!
Aber seht selbst anhand der Bilder…

Schäferhündin Sally, die am ersten Tag sauber alle Menschen sortierte, jedoch immer wieder in eine Art Hilflosigkeit fiel und eindringlich darum bat, dass doch bitte jemand einen Stock werfen könne – ich zeigte ihr, was sie stattdessen mit dem Stock anfangen könne, nämlich beispielsweise ihn zu nutzen, um ein bisschen angestaute Wut rauszulassen… das fand sie zunächst sehr komisch, nahm es dann aber dankbar an 😉


Retrieverhündin Emma, gezeichnet vom Leben, verschwindet oft in ihrer eigenen Welt, vor allem, wenn es um sie herum zuviel wird… dies führte dazu, dass wir Emma während des Seminars nur das Nötigste zugemutet haben und sie sich ansonsten viel ausruhen durfte…

Laila, eine wunderschöne Mischlingshündin mit einer gewaltigen Ausstrahlung, die ganz genau weiß, was sie will und was nicht… auch sie sortierte uns Menschen und stellte uns noch dazu mental alle an einer Stelle ab, sie hatte perfekt alles und jeden im Blick und auch „im Griff“… 😉

Mischlingsrüde Ben, der auch sehr genaue Vorstellungen davon hat, wie die Welt bitteschön zu sein hat und trotz seiner großen mentalen Stärke ein ganz weicher und sensibler Hund ist, der die Welt um sich herum primär über´s Fühlen wahrnimmt… er zeigte sehr eindrucksvoll und rührend wie wichtig jeder einzelne seines kleinen Rudels ist und er war noch dazu in sehr charmanter Begleitung… in der französischen Bulldoggen-Prinzessin Leni hat er die Frau für´s Leben gefunden und sie ihren Herzensmann…denn sie hat jedem anderen sehr eindeutig gezeigt, dass sie schon vergeben ist 😉 wir haben schon vermutet, ob die beiden in den Tagen nicht heimlich geheiratet haben ♥


Boxerhündin Ronja, die in der Vergangenheit oft missverstanden wurde und ihrem Unmut darüber zunächst einmal Luft machen musste… als sie aber merkte, dass ich mich davon nicht entmutigen ließ und sie tatsächlich sehr ernst nahm, konnte sie sich mir anschließen und mehr und mehr zur Ruhe kommen… 🙂


Luke, ein stattlicher Schäferhundmischlingsrüde, der unaufhörlich sein Frauchen auf ihr Inneres aufmerksam macht und vehement daran arbeitet, dass sie sich endlich so zeigt wie sie wirklich ist und vor allem zu und hinter sich steht… er holte dafür sogar menschliche Unterstützung mit ins Boot ♥

Bluna, eine noch sehr junge Hovawarthündin, die mit ihrer inneren Unruhe ihr Frauchen im Alltag sehr fordert… sie zeigte sehr deutlich wie schnell auch sie an ihre inneren Grenzen gelangt und dann einfach nicht mehr weiß wohin mit sich und dem Chaos in ihrem hübschen Köpfchen… 🙂

 

Luna, die Hausherrin und Frau Königin höchstpersönlich, eine sehr sensible Hündin, die jedoch auch sehr genau weiß, was sie will und vor allem auf viel Ruhe und ihre Ordnung besteht… sie hat auf sehr charmante Art und Weise ihr Frauchen ganz schön gut „erzogen“… 😉


Prinz von und zu Fiero, mitten in der Pubertät, lebt frei nach dem Motto: „was kostet die Welt, ich kaufe sie“ 🙂
Ein kleiner charmanter Draufgänger mit einem ganz weichen Kern…

Er forderte Yatoh, einen noch nicht ganz bei sich angekommenen Leithund, ganz schön heraus und testete all seine Grenzen… ein kleiner Qualitätstester eben 😉 aber Yatoh hat die nicht ganz einfache Prüfung mit Bravour bestanden! ♥


Indem wir (passende) Hundeteams bildeten, hatte jeder der anwesenden Hunde die Möglichkeit einmal zu zeigen, was alles so in ihr/ihm steckt und worauf ihr/sein Fokus liegt… so hatten alle Menschen die Gelegenheit ihre Hunde einmal neu kennen zu lernen…daraus leiteten sich auch schöne Lösungen für den Alltag ab 🙂


Am letzten Tag kreierten wir dann gemeinsam eine ganz tolle Stimmung… beginnend mit ein paar Wahrnehmungsübungen widmeten wir uns dann intensiv dem Thema „Präsenz“…

…um danach mit viel innerer Ruhe eine mentale Verbindung zu den Hunden herzustellen, zu halten und ganz im Hier und Jetzt anzukommen… jeder durfte einfach sein… wie wunderbar! ♥

 

Ich danke allen Menschen und ihren Hunden für ihr uns entgegengebrachtes Vertrauen, ihre Offenheit und Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen, ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen in diesen nicht immer leichten drei Tagen! Innerhalb dieser kurzen Zeit ist eine ganz wunderbare und sehr kraftvolle Gemeinschaft entstanden, die imstande war, jeden einzelnen zu tragen! ♥

Ich danke Thora dafür, dass wir auf ihrem Hof sein und einen Teil des Geländes für unser Seminar nutzen durften! 🙂

Ich danke Susann und Cindy für die Unterstützung vor und während dieser intensiven Tage! 🙂

Und ich danke von ganzem Herzen den Salzburger Mädels Martina und Karin, dass sie den weiten Weg auf sich genommen haben, um mir in diesen Tagen zu assistieren, Ihr wart mir eine wertvolle mentale Stütze! Revanchieren konnte ich mich, indem wir natürlich auch ein bisschen meine Heimatstadt unsicher gemacht und ein paar besondere Plätze besucht haben… schön war´s mit Euch! ♥

 

 

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