Michaela Ducanovic

Meine ersten Krabbelversuche machte ich zusammen mit unserem Bernhardinermädchen Lisa. Wir teilten alles miteinander, ob Schnuller, Fläschchen oder Kuscheldecke. Im Alter von 7 Jahren hatte sie ihren ersten Wurf. Aus diesem behielten wir einen Welpen, „Trux“ – mein Seelenhund. Wenn ich traurig war, mein Tag nicht besonders gut lief oder ich Angst hatte, Trux wusste immer was zu tun war, damit es mir besser ging bzw. wie er mir helfen konnte. Er war ein toller Lehrmeister und ich genoss die gemeinsame Zeit mit ihm sehr. Nach 12 wunderbaren Jahren musste ich ihn dann gehen lassen. Das war vorerst der letzte eigene Hund, doch ein Leben ohne Hund war für mich nicht vorstellbar.

Ich fühlte mich schon immer sehr wohl in der Natur und so verbrachte ich jede freie Minute, neben Schule und Hausaufgaben, draußen. Entweder war ich bei den Kühen oder Schafen am Nachbarsbauernhof, ging mit den Nachbarshunden spazieren oder passte übers Wochenende auf die Hunde unserer Bekannten auf. Mit Tieren, speziell Hunden, Zeit zu verbringen, machte mich glücklich.

Ein paar Jahre ohne eigenen Hund vergingen und als ich Ende 2015 zu meinem Partner auf den Bauernhof zog, war eins klar und zwar, dass früher oder später ein Hund bei uns einzieht. So einen gemütlichen Hofhund wie man ihn aus Filmen kennt, hatte ich mir vorgestellt…und dann kam im Dezember 2015 Lea, eher früher als später und zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich geplant.

Aus einer Pflegestelle übers Wochenende wurde bereits nach zwei gemeinsamen Stunden eine Endstelle für immer. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich spürte sofort eine Verbindung zwischen mir und dem ungarischen Straßenmädchen. Meinen Partner hatte sie mit ihrem liebenswürdigen Hundeblick auch gleich von sich überzeugt. Also waren wir von jetzt auf gleich stolze Hundebesitzer.

Gemütlich auf einem Platz liegen einfach mal nur sitzen und beobachten – ging alles gar nicht. So versuchten wir Lea durch lange Spaziergänge, Kommandos üben mit Leckerlies und Agility auszulasten. Sie brachte uns oft an unsere Grenzen und ein wenig verzweifelte ich, da bei ihr Altbewährtes einfach nicht zu funktionieren schien. Unser Leben stand Kopf.

Im Oktober 2016 nahmen wir dann bei einem Seminar in Eugendorf bei Franziska Theurer teil. Schon beim ersten „Hallo“ und der Umarmung, wusste ich, hier sind wir richtig… Franziska konnte mir verständlich erklären warum unsere Lea so ist wie sie ist und es machte für mich Sinn. Also beschloss ich diesen Weg weiter zu gehen. Auf gute Tage folgten wieder weniger gute und da man niemals auslernt, besuchten wir weitere Seminare und Workshops. Jedes Seminar und jeder Workshop war sehr lehrreich und hat mich persönlich und auch im Umgang mit Lea weitergebracht.

Für Lea war „zur Ruhe kommen lernen“ und „langsam die Welt entdecken“ ganz wichtig, weshalb ich mit 30 Jahren Lebenserfahrung als totaler Kopfmensch, Gefühle meist ausgeblendet und einem Leben auf der Überholspur nun etwas ändern durfte – und zwar mein Leben bzw. meine Lebenseinstellung.

Ich durfte nun lernen mein Leben zu entschleunigen, wieder zu fühlen, meinem Bauchgefühl und meiner Intuition Gehör zu schenken und auch mal „nein“ zu sagen, was mir am Anfang echt schwer viel. Mittlerweile gelingt es mir immer öfter auf mein Gefühl zu hören und zu vertrauen und das wichtigste, es fühlt sich gut und richtig an diesen Weg gewählt zu haben und weiter zu gehen.

Da jede Veränderung etwas Gutes mit sich bringt, auch wenn man sich oftmals in Geduld üben muss, darf ich seit September 2017 in diesem tollen Team mit Franziska, Sven und Mandy mitwirken, was mir wirklich viel bedeutet, da ich sie alle sehr lieb gewonnen und in mein Herz geschlossen habe. Ich durfte schon so viel von ihnen und den Hunden lernen und gebe gerne mein Wissen und meine Erfahrungen an Menschen weiter. Ich freu mich auf die schöne gemeinsame Zeit und alles, was die Zukunft noch bringen mag.

Eure Muggi (Michaela) aus Tirol

Telefonisch erreicht Ihr mich unter: 0043 660 2823886 :-)