22.01.2020

Mylo unser Künstler Teil 2

So, nun endlich habe ich ein bisschen Zeit und auch Muse, den zweiten Teil Mylo´s Geschichte bei und mit uns nieder zu schreiben und Dich auch endlich nicht länger auf die Folter zu spannen 😉

In meinem letzten Beitrag und ersten Teil dieser Story hatte ich Dir ja schon beschrieben, was für Herausforderungen wir durch Mylo´s Ankunft in unserem Leben ausgesetzt waren und was das alles in etwa mit uns machte… wie sehr uns dieser Hund einfach tagtäglich auf die Probe stellte und wie viel Fragezeichen er immer und immer wieder in uns hinterließ, leider sehr oft ohne Antwort… Vielleicht kennst Du das ja und kannst Dir vorstellen wie frustrierend und zermürbend das sein kann… wie hilflos und teilweise auch ohnmächtig man sich fühlt…

Aber Hilfe und Erkenntnis nahte…

Anfang Januar, das neue Jahr war erst sehr wenige Tage alt, entschieden wir, dass wir alle mal raus mussten und beschlossen in einem anderen Waldgebiet hier in unserem wunderschönen Fichtelgebirge spazieren  zu gehen… Gesagt, getan… am Zielort angekommen, dauerte es keine 5 Minuten nach Verlassen des Autos (wir waren noch nicht losgelaufen), dass wir uns schon wieder völlig entkräftet fühlten… wir überlegten kurz, entschieden uns aber trotzdem ein Stück zu gehen, ohne Druck oder Zwang, einfach um unsere Köpfe ein wenig „lüften“ zu können… wir entschieden auch unsere Aufmerksamkeit zu teilen… Sven konzentrierte sich auf Mylo und ich auf die anderen beiden Jungs und auf Außenreize etc… Dazu sollst Du wissen, dass es bis dato ausnahmslos so war, dass die KOMPLETTE Aufmerksamkeit auf Mylo gerichtet sein musste und zwar ohne eine Millisekunde Unterbrechung und es schien, als würde er sämtliche Ressourcen einfach verschlucken und alle vorhandene Energie und Kraft in null Komma nichts verpuffen… Mit Mylo an der Leine hatte man unbändige Kraft und unfassbar grenzenlose Energie, gepaart mit einer riesen Portion Unruhe und Hektik… allein das auszuhalten war für uns alle all die Wochen vorher schon ne riesen Nummer!

Wir entschieden uns für eine kleine überschaubare Runde und haben das rückblickend auch wirklich gut gemeistert, alle zusammen! Was bin ich dankbar für unsere Gemeinschaft und unseren Zusammenhalt, wenn es wirklich drauf ankommt!!

Kurz vor Erreichen des Autos wickelte sich Mylo´s Schleppleine mal wieder um eines seiner Hinterbeine… gerade wollte ich zu ihm hingehen, um ihn „zu befreien“… machte er nicht einen Satz nach oben, sprang also mit allen Vieren in die Luft und die Leine entwickelte sich ganz von selbst… In diesem Moment hörte ich mich zu Sven sagen, ohne drüber nachzudenken: „Schau mal, Mylo ist ein richtiger Künstler, jetzt hat er sogar schon raus wie er sich selbst die Leine wieder richten kann“

Just in diesem Moment schien die Welt für eine kleine Weile komplett still zu stehen… die Hunde hielten inne… Sven und ich schauten uns gefühlt minutenlang an, als wären wir von Blitz und Donner getroffen…

Plötzlich mussten wir sooo lachen und es fiel uns wie Schuppen von den Augen und einige Felsbrocken von unserer Brust dazu…

Konnte es sein, dass wir uns in seiner Einschätzung vertan hatten?

Ja, das konnte sein! Es war möglich, dass wir in ihm die ganze Zeit einen Leithund gesehen hatten, er aber keiner war! 
Es war so ein seltsamer und doch ganz vertrauter Moment… je mehr wir diesen Gedanken in uns rein ließen, umso mehr machte alles Sinn… Stück für Stück kamen Erinnerungen und AHA-Momente, Erkenntnisse purzelten, Erklärungen tauchten auf, Antworten auf so viele Fragen zeigten sich… Mensch, waren wir BLIND!!

Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, war der restliche Tag gefüllt mit Gesprächen, Gedanken, Erinnerungen und Überlegungen… wir begannen Mylo und alles um uns herum noch einmal völlig neu zu betrachten… und endlich machte alles so sehr Sinn! Endlich konnten wir verstehen warum, wieso, weshalb! Endlich ergaben sich Lösungen und endlich konnten wir wieder Licht am Horizont sehen!

Mylo veränderte sich mit der Sekunde immer mehr in eine mehr als positive Richtung!

Es ist bis heute einfach unglaublich und wie Zauberei (manchmal denke ich auch, ich bin total irre ;-))… wir haben seit Anfang Januar tagtäglich mehr einen völlig neuen Hund!
Einen Hund, der wie durch ein Wunder auf einmal zuhören kann… zu dem man tatsächlich eine Verbindung herstellen und halten kann… der die Gruppe und die Gemeinschaft auf einmal ganz sehr braucht… der sich einbringt, sich abspricht und nachfragt… der immer weniger einfach im Alleingang irgendetwas entscheidet bzw. einfach macht… der weich und sanft und friedlich ist… der zum Wohle aller handelt und agiert… der all das Gute, was wir vom ersten Moment an in ihm gesehen und gespürt haben nun endlich zeigen und auch leben kann… einen Hund, der zu uns passt wie die Faust auf´s Auge und daran gibt es keinen Zweifel mehr und auch nie mehr etwas zu rütteln!!

Mit Mylo ist ein weiteres riesengroßes Geschenk in unser Leben gekommen für das wir mehr als dankbar sind! Eine Bereicherung durch und durch!
Von Anfang an sagte mir mein Gefühl „dieser Hund bringt Heilung und noch mehr Licht zu uns!“… und genau so kam es, ist es und wird es auch immer sein!

Aber wie konnten wir uns so irren?

Diese Frage beantworte ich Dir ganz ehrlich und von Herzen gerne im nächsten Beitrag und erzähle Dir dann auch von weiteren Erkenntnissen, die unweigerlich folgen mussten… denn… wir sind alle nur Menschen! 🙂

Alles Liebe wünscht Dir
Deine Franziska

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