05.03.2020

Mylo unser Künstler Teil 4

Wie versprochen soll es heute darum gehen, was alles auf das Verhalten eines Hundes Einfluss haben kann und somit auch auf die Einschätzung seiner jeweiligen Persönlichkeit und Kernkompetenz.
Warum gerade unser Mylo mich dazu bewegt, diese Zeilen heute zu schreiben kannst Du in Teil 1, Teil 2 und Teil 3 nachlesen 🙂

Nach all den Jahren, in denen ich mich jetzt intensiv mit dieser Thematik befasse und sie ein fester Bestandteil meines Lebens mit Hunden geworden ist, kann ich heute sagen, dass es manchmal eben nicht so einfach ist, einen Hund in seinem inneren Kern auf Anhieb zu erkennen, weil sich oft viele verschiedene Dinge wie ein Schleier darüber legen und wir Menschen uns nur allzu gern von diesem Schleier ablenken und leiten lassen und dann eben genau das passiert, was immer mehr Menschen immer weniger wollen: der Hund wird in eine Schublade gesteckt und in eine Form gepresst, wo er dann eben meist überhaupt nicht reinpasst…

Um einen Hund einzuschätzen ist es wichtig, dass ich ihn IMMER als Ganzes betrachte und versuche zu erfassen und nicht nur einzelne Teile von ihm!

Folgende Aspekte beeinflussen das hündische Verhalten und entscheiden u.a. darüber, ob und wie ein Hund sich in der jeweiligen Situation zeigt:

Vertrauen

Über welches Maß an Selbstvertrauen, Vertrauen in (seinen) Menschen, in sein Umfeld und das Leben als solches verfügt ein Hund?
Ein Hund, der in puncto Vertrauen in irgendeiner Form „Defizite“ hat wird sich anders zeigen und verhalten, als ein Hund, der durch und durch vertraut! Zum Beispiel könnte ein Defizit hier dazu führen, dass der Hund sich zurück hält, sich vorsichtig und langsam bewegt oder sich überhaupt nicht bewegt… was aber nicht heißt, dass dieser Hund das tatsächlich auch IST!

Gesundheitszustand

Ist ein Hund körperlich gesund?
Hiermit meine ich nicht nur Befunde vom Tierarzt, sondern den Gesamteindruck des Hundes! 
Beispielsweise können körperliche Schmerzen, die der Hund hat, aber vielleicht nicht klar kommuniziert, das Verhalten extrem beeinflussen, den Hund schnell oder langsam machen, zurückhaltend oder eher nach vorne gehend… 
Ernährungsbedingte Mangelerscheinungen, Schwierigkeiten angesammelte Toxine aus dem Körper zu transportieren, hormonelle Störungen, Entzündungen, Verspannungen, Blockaden… einfach jegliches körperliche Ungleichgewicht kann das Verhalten eines Hundes u.U. extrem beeinflussen und verändern, so auch die Einnahme von Medikamenten!

Psychische Themen

Ebenso kann jegliches psychische Ungleichgewicht großen Einfluss auf das Verhalten eines Hundes haben!
So kann sich ein „Angsthund“ beispielsweise viele neue Fähigkeiten aneignen, die seinem Überleben dienen/dienten wie beispielsweise das Abscannen der Umgebung auf Außenreize und das Wahrnehmen dieser auf große Distanzen… beides muss aber mit seiner Kernkompetenz nichts zu tun haben!

Individuelle Gewohnheiten und Erziehung

Wir alle wissen, dass man Hunde gut konditionieren kann (uns Menschen übrigens auch ;-)) und deshalb ist es wichtig genau hinzusehen, was am Verhalten eines Hundes aus einer Gewohnheit oder einer Erziehungsmaßnahme heraus entstanden ist und was davon seiner eigentlichen Natur entspricht. Kennt es ein Hund beispielsweise nicht anders, als immer, wenn er neu irgendwo hinkommt, sich ausschließlich an seinem Menschen zu orientieren und dicht bei diesem zu bleiben, wird er sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch nicht selbstständig und autark präsentieren und sich schon gleich gar nicht den Ort, an dem er sich gerade befindet, im Alleingang anschauen und erkunden. Also auch von solchen Verhaltensweisen darf man nicht gleich auf den inneren Kern eines Hundes schließen!

Häusliches Umfeld

Es ist wichtig zu hinterfragen wie ein Hund lebt, wie sich die häusliche Situation gestaltet, wie die Menschen mit ihm und miteinander umgehen, welche Aufgabe der Hund an der Seite seines Menschen hat usw.
Lebt ein Hund bspw. in einem Haushalt, in dem es sehr laut zugeht, viel gestritten wird, vielleicht sogar auch Gewalt angewendet wird, so kann das dazu führen, dass der Hund dann draußen auch eher laut ist, schnell mal „draufhaut“, sich körperlich durchsetzt…
Die Situation zuhause und die Stimmung, die dort herrscht, beeinflusst also auch zu einem wesentlichen Teil das Verhalten eines Hundes!

Wie geht es dem Menschen, mit dem der Hund lebt und was lebt der Mensch dem Hund vor?

Da unsere Hunde ja nicht wild und frei leben, sondern immer mit mindestens einem Menschen, macht es also auch Sinn, zu schauen, wie es dem Menschen geht und in welchen Punkten der Hund mit seinem Verhalten evtl. auch seinen Menschen spiegelt. Das tun in der Tat alle Hunde, jeder auf seine ganz eigene Art und Weise und auch das macht etwas mit dem Hund und seinem Verhalten!
Zudem sind viele Menschen auch Vorbilder oder zumindest sog. Modelle, von denen die Hunde lernen 😉

Welche (Vor-)Geschichte hat der Hund?

Hierzu gehört zum Beispiel woher der Hund kommt, wo er geboren wurde, wie und unter welchen Umständen er aufgewachsen ist, seine Herkunftsfamilie (Mutter, Vater, Geschwister)… einfach alles, was der Hund bisher erlebt hat, was ihn geprägt hat und wie er sich aufgrund dessen eben verhält…

Die Rasse

Dass die Rasse und rassetypische Eigenschaften Einfluss auf das Verhalten eines Hundes haben, ist ja weitläufig bekannt. Trotzdem möchte ich es hier hier auch nochmal mit anbringen, denn das wird beim Einschätzen und Erkennen von Hundepersönlichkeiten leider nicht immer mit einbezogen.
Ein schönes Beispiel sind die Hütehundrassen (Border Collie, Australian Shepard, Schäferhund etc.). Hunde dieser Rassen sind ja häufig sehr zackig, schnell (körperlich und auch geistig), etwas lauter als andere 😉 und halten meistens auch gerne alles zusammen. Und genau in diesen Punkten sollte man sehr achtsam sein, dass man diese Verhaltensweisen nicht einer bestimmten Hundepersönlichkeit zuschreibt, für die das „normalerweise“ typisch ist. Denn es gibt auch bei diesen Rassen eklatante und oftmals ganz feine Unterschiede und es gilt genau diese herauszufinden, um dem jeweiligen Hund gerecht werden zu können!

Fühlt sich der Hund wohl in der aktuellen Situation? Fühlt sich sein Mensch wohl und ist der überhaupt dabei?

Dass die Antworten auf diese Fragen das Verhalten eines Hundes beeinflussen ist, denke ich, selbsterklärend 😉

Welche Erfahrungen hat ein Hund bisher mit Artgenossen gemacht? Wie oft bestand oder besteht Kontakt? Und in welcher Qualität gestalteten sich die Kontakte bisher?

Muss ein Hund beispielsweise regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum anhaltend mit mehreren anderen Hunden zusammen sein (leider entscheiden das ja oft wir Menschen), und das Gleichgewicht zwischen den Hunden stimmt nicht, so beeinflusst das nicht nur das psychische Wohlergehen eines Hundes, sondern irgendwann eben auch sein Verhalten. Zum Beispiel kann es zu einem immer wiederkehrenden Abwehrverhalten kommen, weil der Hund bspw. die Erfahrung macht, dass seine eigenen Grenzen nicht gewahrt und respektiert werden und er sich somit immer wieder schützen und die anderen fernhalten muss…

Die innere Haltung des Einschätzenden dem Hund gegenüber

Und schlussendlich habe ich selbst als einschätzendes Wesen einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Verhalten des Hundes!
Je nachdem wie meine innere Haltung dem Hund gegenüber ausgerichtet ist, ob ich etwas von ihm erwarte oder nicht, ich ihm gegenüber wohlgesonnen bin oder nicht, er mir sympathisch ist oder nicht (ja, auch das spielt eine Rolle!), ich mich ihm gegenüber öffne oder verschließe, ich ihm vertraue oder nicht… all das sind Dinge, die jeder Hund sehen und vor allem spüren kann und sich dementsprechend verhalten wird!

Du siehst also, es gibt da eine Menge zu beachten und mit einzubeziehen, um einen Hund kennenlernen  und einen echten (!) Eindruck davon entwickeln zu können wie er tickt, wie er wann etwas meint und warum er die Dinge so tut, wie er sie eben tut.

Und wenn wir vom Verhalten eines Hundes sprechen, so sind es doch auch immer wieder bestimmte und ganz individuelle Verhaltensmuster, die es zu entdecken und genauer anzuschauen gilt und genau diese machen das Thema „Persönlichkeiten in der Hundewelt“ so spannend, komplex und vielseitig!

Wenn dieses Thema ganz neu für Dich ist, so bekommst Du mit Hilfe meines Buches „Entdeckungsreise in die Welt der Hunde – Persönlichkeiten“ einen wunderbaren weiteren Einblick 💛

Und gerne darfst Du Dich natürlich auch persönlich bei mir melden für ein individuelles Beratungsgespräch am Telefon, einen Einzeltermin oder eine für Dich passende Gruppenveranstaltung!

Alles Liebe wünscht Dir 
Deine Franziska

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