13.01.2020

Mylo unser Künstler – Teil 1

„Willst Du Gott zum Lachen bringen, erzähl ihm von Deinen Plänen“

Ich habe ja schon oft erlebt, dass dieses Zitat echt wahr ist, aber dieses Mal trifft es sowas von in´s Schwarze!!

Letztes Jahr im Frühsommer sollte ein Traum für uns wahr werden und ein neuer Hund unsere Gemeinschaft ergänzen und bereichern… Mylo 💛

Lange vorher war klar, genau genommen schon seitdem es Schlumpi in unserem Leben gibt, dass irgendwann zu einem passenden Zeitpunkt und wenn wir alle bereit dazu sind, ein Fels in der Brandung mit seinem Mitarbeiter unser Leben bereichern wird. Uns so kam es, dass ich eines Morgens einer spontanen Eingebung folgte und auf Tierheimseiten nach einem solchen Fels Ausschau hielt… Wir waren grundsätzlich offen für Vieles, wollten aber unbedingt einen noch sehr jungen Hund, dem unser Schlumpi alles beibringen kann, was für unser Leben und unsere Hundegruppe wichtig ist und es sollte diesmal ein Hund ohne größere Baustellen sein, einfach weil wir die anderen Hunde nicht nochmals so belasten wollten… es sollte also ein bisschen leichter werden und vor allem sollte Schlumpi endlich eine Entlastung erfahren!

Sein Blick traf mich mitten in´s Herz..

Und tatsächlich bereits auf der zweiten Seite, die ich öffnete, blickte mich unser neuer Hund an (Du kennst bestimmt diesen einen Moment, wo man genau weiß „der isses“ ;-)) und auch Sven ging es ganz genauso…
Anfänglich gab es ein paar bürokratische Hürden zu überwinden, aber schlussendlich konnten wir einige Zeit später mit unseren Hunden in´s Tierheim Kandelhof fahren und den kleinen Mann besuchen. Wir hatten nicht vor, ihn direkt mitzunehmen, wollten ihn erstmal kennenlernen und uns anschauen, was Puma, Schlumpi und Lucie zu ihm sagen und ob es überhaupt stimmig ist zwischen den Vieren… und es war auch live vom ersten Moment einfach nur wunderbar und Mylo sofort in unsere Gruppe integriert!
An dieser Stelle möchte ich dem Team vom Kandelhof nochmals unseren ganz herzlichen Dank aussprechen für die wunderbare und total unkomplizierte Unterstützung!
Also war ziemlich schnell klar, dass Mylo mit uns nach Hause fährt… Er war damals knappe 5 Monate alt und ich hatte bis dahin noch nie einen so starken, weisen und souveränen Junghund erlebt! Egal, was war, er hatte bei ALLEM die Ruhe weg und er brachte zudem vom ersten Moment an eine solch unbeschreibliche Ruhe in unsere Gruppe und auch in uns Menschen, das war einfach unglaublich!
Wenngleich er natürlich „junghundtypische Anwandlungen“ hatte und sich durch seinen Einzug alles nochmals neu sortierte, war es so herrlich einfach und unkompliziert mit ihm…

Aber das sollte nicht so bleiben…

Ungefähr zwei Monate nach Mylo´s Ankunft in seinem neuen Zuhause ging es Lucie zunehmend schlechter und sie fing an rapide abzubauen… wir mussten uns jeden Tag ein Stückchen mehr auf ihren bevorstehenden Tod vorbereiten… Ein Prozess, der sehr viel Raum, Zeit und auch Kraft von uns allen beanspruchte, denn wir wollten diesen Weg in Liebe gemeinsam mit ihr gehen! 💞

Je schwächer Lucie wurde, umso mehr konnten wir nun förmlich zusehen, wie Mylo´s Ruhe langsam, aber sicher immer mehr schwand, wie er immer mehr aufdrehte, aufbrausend wurde, einen Wutanfall nach dem anderen bekam, das Gleichgewicht unserer Gruppe und auch in uns Menschen immer mehr zu kippen drohte… Es begann die bisher anstrengendste und herausfordernste Zeit seit Hunde ein fester Teil meines Lebens sind!

Egal, was wir machten und versuchten, Mylo drehte immer mehr auf, er hörte immer weniger, brach immer öfter aus, fing an zu jagen und sich zunehmend zu verselbstständigen… wir hatten schlaflose Nächte und Tage, die einer emotionalen Hölle glichen… und doch gelang es uns immer wieder, die noch verbliebene Kraft zu bündeln und für Lucie da sein zu können… bis nach ihrem Tod dann endgültig alles zusammenzubrechen drohte…. Mylo hörte einfach nicht auf, uns alle PERMANENT an unsere absolute Schmerzgrenze zu bringen!
In unserer Verzweiflung und um die anderen beiden Jungs vor seinen zunehmenden Attacken und Aggressionen zu schützen und um letztlich noch irgendwas zu retten, was vielleicht noch zu retten war, begannen wir ihm sehr klar und deutlich einfach nur noch Grenzen zu setzen, ihn räumlich stark einzugrenzen und ihm erstmal einen großen Teil der Ressourcen, die er bis dahin verwalten durfte, abzunehmen. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie schlecht wir uns dabei fühlten! Wir hatten nicht nur ein schlechtes Gewissen, weil man so mit einem Leithund ja nicht umgeht, sondern auch Bedenken, dass wir damit alles noch schlimmer machen würden und mal abgesehen davon, entsprach es einfach so gar nicht uns und unserer Art mit Hunden umzugehen und zu leben…

Tatsächlich veränderte sich Mylo ein klein wenig, er wurde wieder halbwegs ansprechbar und begann sich wieder mehr an der Gruppe zu orientieren… unser schlechtes Gefühl wich jedoch keinen einzigen Millimeter…

Was sollte uns das nur alles sagen?

Wo bitte war der Haken? Was hatten wir alles falsch gemacht? Was übersehen? Was bis jetzt noch nicht verstanden? Was hatte das alles mit uns zu tun? Und warum zum Henker mussten wir durch diese Hölle gehen?

Eigentlich sollte unser Leben doch leichter werden… wir wollten doch nur einen Leithund, der der Gruppe ein bisschen Halt und Schutz von vorne geben konnte und irgendwann einmal, wenn auch Schlumpi´s Zeit bei uns zu Ende ist, die Gruppe in seinem Sinne weiterführen kann…

Dass es anstrengend werden würde, war uns klar… dass es Vieles durcheinander bringen würde, war uns auch klar… dass ein junger Hund unter Umständen sehr anspruchsvoll sein kann, auch…

Aber war es richtig, dass alles, was wir in all den Jahren aufgebaut hatten innerhalb kürzester Zeit zunichte sein sollte? War es richtig, dass wir uns immer mehr wie in einem Gefängnis fühlten? War es richtig, dass wir alle immer weniger Kraft hatten und es uns zunehmend schlechter ging? Dass es uns vor jedem neuen Tag graute und wir alles, aber auch wirklich alles nur noch anzweifelten? Dass wir immer weniger eine Gemeinschaft waren, sondern vielmehr ein chaotisches, zankendes Knäuel scheinbar völlig durchgeknallter Wesen? 🤔

Kurz vor´m Aufgeben kam dann endlich DIE Erkenntnis…

Fortsetzung folgt in wenigen Tagen… Du darfst gespannt sein! 🙂

Deine Franziska

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