06.07.2016

„Wer bin ich und wo will ich hin“

Ihr Lieben, die vergangenen zwei Seminare und unser Ausflug nach Österreich auf die Alm für Einzeltermine und ein bisschen Urlaub, bringen mich dazu, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben anstatt Bilder sprechen zu lassen 😉

Nun werdet Ihr Euch vielleicht fragen, was der Titel „Wer bin ich und wo will ich hin“ mit Hunden und Hundeschule zu tun hat. Das verstehe ich!
Mit den folgenden Worten will ich versuchen, es Euch zu erklären…

Sehr häufig kommen Menschen zu mir, die ein Problem mit ihrem Hund haben und wollen, dass ich das beseitige. Täglich Brot für einen Hundetrainer…
Da ich jedoch kein Mensch bin, der gerne an Symptomen herum doktert, sondern immer auf der Suche nach der jeweiligen Ursache bin, schaue ich mir Mensch und Hund immer mit einer ganzheitlichen Brille an. Das ist nicht immer angenehm, will man oder frau es doch eigentlich einfach haben und alles soll irgendwie funktionieren…

Wie ich schon oft erwähnt habe, sind Hunde (und z.B. auch Kinder) sehr instinktiv, sprich nicht soviel im Kopf wie wir Erwachsenen, denken also nicht soviel nach. Zugleich haben Hunde (und auch Kinder) die wundervolle Fähigkeit immer direkt in ein anderes Wesen hineinzuschauen… auch das ist nicht immer angenehm!
Also sind unsere Hunde ständig bemüht, uns auf viele viele Kleinigkeiten aufmerksam zu machen, die nicht „stimmen“, nicht in einem inneren Gleichgewicht sind. Denn Hunde (und auch Kinder) streben immer ein inneres Gleichgewicht, eine innere Harmonie an. Denn nur, wenn in uns alles an seinem Platz ist und wir uns unserer bewusst sind, kann genau das entstehen…

Sofern nicht von menschlicher Hand zerstört, wissen Hunde (und auch Kinder) immer ganz genau, wer sie sind und wo sie hin wollen. Nur bekommen sie eben oft keine Stimme oder werden nicht gefragt oder müssen eine andere Funktion erfüllen oder oder oder…
Natürlich kann es sein, dass man, um ein anders tickendes Lebewesen zu verstehen, zu Beginn einen Dolmetscher braucht. Aus meiner Sicht reicht das alleine jedoch nicht aus. Es gehört noch mehr dazu. Sonst wäre es zu einfach 😉
Nun, was braucht man noch dazu? Was haben Hunde und Kinder, was wir Erwachsenen vergessen oder auf unserem Weg verloren haben?
Sie haben eine Wahrnehmung – ein Gefühl – ihren ureigenen Instinkt – sie können zwischen den Zeilen lesen – zuhören – und… sie wissen wer sie sind und was sie aufgrund dessen ausmacht… Sprich sie kennen sich, ihre ureigenen Kompetenzen und daraus resultierenden Fähigkeiten… und damit verbunden kennen sie ihr Ziel und wissen ganz genau wie etwas sein soll oder eben auch nicht…
Nur, wie kann jemand, der sich selbst nicht wirklich kennt, vergessen hat, wer er wirklich ist, sich auf seinem Weg verloren hat, ein solch wundervolles Lebewesen tatsächlich verstehen? Ihm Raum und Zeit geben? Ihm zuhören? Es eigene Entscheidungen treffen lassen? Es nicht als ein Instrument betrachten, das halt einfach mal durch Vieles durch und funktionieren muss?

Und da wären wir auch schon wieder bei den verschiedenen Hundetypen, die man eins zu eins auf die Menschenwelt übertragen kann 😉 Und nein, dazu gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die das alles tausendfach belegen. Und trotzdem ist es so. Das sagt mir mein (Er-) Leben, unsere eigenen und die vielen Hunde um mich herum und inzwischen auch viele Menschen…
Seitdem ich weiß, wer unsere Hunde sind, hat sich in unserem Leben extrem viel verändert! Ich durfte erkennen, wer ich wirklich bin, so auch die Menschen in meinem engen Umfeld und einige, die den Weg zu uns bereits gefunden haben.
Denn wissend, wer ich wirklich bin, verändert sich einfach alles und somit natürlich auch mein Fokus, meine Wahrnehmung, meine Gefühlswelt, meine Ziele… Und ich kann andere verstehen, sie so sein lassen wie sie sind und da abholen, wo sie gerade stehen… Ich kann sie unterstützen, individuell und in ihrer ganz persönlichen Entwicklung… Und ich kann ihnen nachhaltig helfen… automatisch verändert sich auch die Beziehung, die ich zu den Lebewesen um mich herum habe… einfach ein ganz großartiges Geschenk!

Unsere Hunde schenken uns jeden Tag sooo viel, legen es uns quasi vor die Füße… Fernab von allem, was diese Wesen fähig sind zu tragen, haben sie nur einen Wunsch: uns zu helfen zu erkennen, wer wir sind und um was es in diesem Leben wirklich geht!
Wir alle wissen, wie es ist, nicht gesehen zu werden, dass die eigenen Bedürfnisse nicht erkannt und gewürdigt werden… Und so geht es ganz schnell, dass wir uns und unseren ureigenen Weg aus den Augen verlieren und so Manches vergessen… Wir werden zu einer Art Maschinen, die eben einfach funktionieren, um so in ein Bild zu passen, das andere für uns gemalt haben… Automatisch passiert dann das Gleiche mit den Wesen, die mit uns leben, so auch mit unseren Hunden und unseren Kindern…
Und so machen wir Erfahrungen und Fehler, werden verletzt, verwundet und sogar traumatisiert… um uns am Ende irgendwo wieder zu finden, wo wir eigentlich niemals hin wollten…

Das Gute daran ist, es ist nie zu spät! Wir können uns helfen und uns von unseren Hunden und Kindern den Weg zeigen lassen! Und dann ist es vielleicht nicht leicht, aber ganz einfach!
Neue (alte) Wege zu beschreiten macht Angst, das ist ganz normal und auch menschlich. Aber alles, was wir dafür brauchen ist ein helfende Hand und ein bisschen Mut, den ersten Schritt zu gehen. Und scheinbar wie von alleine geht so manch verschlossene Tür auf…

Aus tiefstem Herzen bin ich dankbar für all die Erlebnisse und Erfahrungen der vergangenen Wochen, für die stete Unterstützung der Hunde und das Vertrauen der Menschen, die den Weg zu uns finden!
Gemeinsam können wir wachsen und somit in Gemeinschaft etwas Neues kreieren, um zunächst im Kleinen und später im Großen etwas wirklich Wichtiges zu verändern… das Bewusstsein in jedem einzelnen…♥

Eure Franziska

PS: Auf dem Beitragsbild seht Ihr die Hündin ein sehr guten Freundin. Eine vordere Leithündin, die sich niemals von irgend jemandem hat verbiegen lassen, bei sich geblieben ist und ich will sagen, eine starke Persönlichkeit ist. Trotzdem ist sie ganz weich, voller Herzenswärme und unendlicher Hilfsbereitschaft. Diese wundervolle alte Seele hat einfach nie aufgehört, für das Gute zu kämpfen und das Wesentliche einzustehen. In ihr habe ich eine weitere große Lehrerin gefunden! ♥

 

 

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