18.08.2016

Wie wir uns selbst ein Gefängnis bauen…

Passend zum heutigen Vollmond begleiten mich in den vergangenen Tagen wieder vermehrt einige Gedanken…

In unserer Hundeschule geht es ja bekanntlich nicht nur um Eure Hunde, sondern immer mehr auch um Euch Menschen und Eure speziellen Bedürfnisse. So fällt mir vermehrt auf, dass wir oftmals viel zu viel von unseren Hunden verlangen und eben auch von uns selbst. So viele Dinge sollen in unserem Alltag funktionieren, unsere Hunde sollen in jedweder Situation hören und für alles mögliche parat stehen oder sich eben auch aus allem möglichen raushalten.
An so vielen Tagen laufen wir wie ferngesteuert und irgendwie fremdbestimmt durch´s Leben. Wir haben tausend Dinge im Kopf, die so oder so sein sollen und was nicht alles noch muss. Und so haben wir eben auch verlernt einfach nur mit uns und unseren Hunden zu SEIN. Wir mühen uns tagtäglich ab, um irgendetwas zu erfüllen, was irgendjemand einmal als richtig und wichtig festgelegt hat. Und wie oft stehen wir an dem einen Punkt, an dem nichts mehr zu klappen scheint? An dem wir versuchen und machen und tun und trotzdem nichts funktioniert. An dem wir scheinbar keine Kraft mehr haben, wütend und frustriert sind  und uns unzulänglich fühlen.
Und wenn die Nerven dann schon mal blank liegen, wie schnell geht es, dass da der eine Mensch oder der eine Hund oder der eine Moment oder was auch immer kommt und uns völlig aus der Bahn  wirft? Wir scheinbar plötzlich ganz weit entfernt von uns selbst sind und uns fragen wie wir denn jetzt da schon wieder hingekommen sind?
Und warum können wir nicht einfach einmal sein ohne etwas zu machen, zu fordern, zu üben etc.?
Könnte es nicht daran liegen, dass wir uns vieler Dinge nicht bewusst sind? Oder uns überhaupt weit entfernt von Bewusstsein bewegen?
Was steht uns denn im Weg, zufrieden und ausgeglichen zu sein und einfach mal den Moment genießen zu können? Warum können wir nicht sehen und auch nicht annehmen, was uns unsere Hunde Tag für Tag gebetsmühlenartig immer wieder zeigen und vorzuleben versuchen?
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass für viele Menschen überhaupt nicht klar ist, wohin der Weg eigentlich führen soll und warum. Dass ein spezieller Fokus fehlt, auf den es lohnt sich zu konzentrieren. Etwas, das dem Leben einen Sinn gibt.
Hinzu kommen zahlreiche Emotionen und Gefühle, alte Verhaltensmuster und übernommene Glaubenssätze, die uns und unser Leben in der Hand zu haben scheinen. So üben wir zum Beispiel aus Angst jemanden zu verlieren, ständig Kontrolle aus. Über uns und die Wesen, die mit und um uns leben. Aus Schuldgefühlen, die irgendwann einmal in der Vergangenheit entstanden sind, erlauben wir uns nicht dies oder jenes zu tun. Aus einem schlechten Gewissen heraus, erlauben wir uns nicht so oder zu sein. Weil wir mit so vielen Einschränkungen groß geworden sind und gelernt haben, was man doch nicht alles tut bzw. nicht tut, setzen wir uns jeden Tag auf´s Neue unter Druck, um Erwartungen und Leistungen für andere zu erfüllen.
Wenn wir es nun nicht schaffen, uns all dieser Dinge bewusst zu werden und anfangen, etwas zu lösen, zu klären und zu verändern, bauen wir uns unsere Welt immer enger und kleiner, so auch für unsere Hunde. Und die Gitterstäbe des selbstgebauten Gefängnisses werden immer enger und stärker und nehmen uns irgendwann die Luft zum Atmen…
Ich selbst bin dem Leben sehr sehr dankbar, dass es mir meine wunderbaren Hunde an die Seite gestellt und mich dazu befähigt hat, meine Berufung ausüben zu dürfen und auch zu können! Dank dieser besonderen Wesen finde ich immer mehr zu mir selbst, zurück zu (meiner) Natur und den wesentlichen Dingen. Ich habe meine Stärken wiederentdeckt, meine Kompetenzen gefunden, darf meine Fähigkeiten ständig erweitern. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht vor eine neue Herausforderung gestellt werde und Zusammenhänge erkenne. Dank meiner Hunde weiß ich heute damit umzugehen, kann mich all dem ganz mutig stellen und mich immer wieder auf eine spannende Entdeckungsreise machen. Denn wenn ich bereit und offen bin hinzusehen, zeigen sie mir immer wieder den Weg und neue Möglichkeiten…
Wenn auch Ihr Euch und Eure Hunde nicht mehr länger gefangen halten und einen Weg in die (Eure) Freiheit finden möchtet, so freue ich mich auf Euch und unterstütze Euch von Herzen gern! ♥

Eure Franziska

 

 

 

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