04.04.2017

Wieviel und was braucht Dein Welpe wirklich?

Weil ich in letzter Zeit vermehrt auf Welpen und ihre Menschen treffe und mir dabei immer wieder verschiedene Dinge auffallen, möchte ich heute gerne ein paar Gedanken dazu hier lassen (der Text ist Mal wieder etwas länger geworden ;-))

Es herrscht ja weitläufig die Meinung, dass man Welpen in den ersten Lebenswochen bzw. -monaten so viel wie möglich beibringen und zeigen muss, weil sie es wohl sonst später nicht mehr lernen. Außerdem soll der Welpe in relativ kurzer Zeit gut erzogen werden, hören, ganz viel können und am besten immer ganz brav und angepasst sein und noch besser überhaupt nicht auffallen. Und natürlich muss er unbedingt in einer Welpenschule sozialisiert werden. Solche Überzeugungen und dergleichen mehr sind weit verbreitet.
Und der brave deutsche Bürger hält sich natürlich auch daran, investiert unheimlich viel Zeit, Kraft und Mühe in die „Ausbildung“ seines noch ganz jungen Hundes und kommt auch selten auf die Idee, dass man derlei „Gesetzmäßigkeiten“ auch durchaus hinterfragen und auf ihre Richtigkeit überprüfen darf. Vielleicht ist das ein oder andere ja auch gar nicht wahr?

Wenn Du Dir nun einmal die Straßenhunde im Süden oder eine Hundemutter mit ihren Welpen betrachtest und beobachtest, was dort wichtig und wie der Umgang miteinander ist, wirst Du schnell feststellen, dass dort so manches anders ist und trotzdem alles ruhig und harmonisch abläuft. Auch sind diese Tiere ohne große Action jeden Tag entspannt, ausgeglichen und zufrieden und das bestehende Regelwerk wird auch eingehalten.
So viele der existierenden Meinungen, Haltungen und Überzeugungen wie man denn mit einem Hund soll oder auch nicht, sind tatsächlich menschliche Ideen und kommen in keinster Weise von den Hunden selbst…

Tatsache ist, dass Du mit einem Welpen einen ganz jungen Hund an Deiner Seite hast, der sich in aller Ruhe und in seinem Tempo entwickeln und mit Dir gemeinsam nach und nach die Welt kennen lernen und entdecken möchte. Dafür hat Dein Hund alle Zeit der Welt!
Aus meiner Erfahrung ist es einfach nicht wahr, dass ein Hund nur in den ersten Lebensmonaten lernt. Nein, ein Hund lernt, so wie wir Menschen auch, ein ganzes Leben lang!
Die Frage, die Du Dir stellen solltest, ist auch immer, was genau Du von Deinem Hund möchtest, wie genau soll Euer Zusammenleben aussehen und was passt in Euren ganz individuellen Alltag? Und sind das auch alles Dinge, die nicht nur Dir sondern auch Deinem Hund gut tun? Würde ein Hund das mit ihm genauso machen?
Und wie sinnig ist der Gedanke „ein Welpe muss sozialisiert werden“? Dein Welpe kommt aus einer Gruppe von mehreren Hunden (mindestens die Mutter und seine Geschwister) und IST demzufolge sozialisiert! Er bringt zu Dir alles mit, was er in diesem Leben braucht, dafür wurde er (normalerweise) von seiner Herkunftsfamilie bestens vorbereitet.
Das Wichtigste aus meiner Sicht ist vor allem, dass Du lernst Deinen Hund zu verstehen und in seiner Sprache zu kommunizieren – denn so erreichst Du ihn am ehesten und der Aufbau einer vertrauensvollen Partnerschaft kann gelingen.
Meistens ist es jedoch so, dass wir Menschen den Hunden, auch schon den Welpen, eine ganze Menge unserer Ideen und Vorstellungen überstülpen und davon ausgehen, dass er oder sie das schon ganz selbstverständlich mitmacht und versteht. Nur sieht es in der Welt der Hunde eben häufig ganz anders aus und so kommt es sehr schnell zu Missverständnissen und dazu, dass der noch ganz junge Hund sich eine entsprechende Meinung über Menschen bildet – und Ja, Hunde haben eine eigene Meinung und können diese auch sehr eindrucksvoll auf verschiedene Arten äußern!

Du solltest Deinem Hund zunächst erst einmal Zeit geben, in Ruhe bei Dir und in seinem neuen Leben anzukommen. Schließlich wurde er meist ohne irgend eine Erklärung von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt und muss das erst einmal verarbeiten. Weiterhin braucht er Zeit, um sich auf sein neues Leben einzustellen, Dich und Dein Leben kennen zu lernen und Wege zu finden, damit zurecht zu kommen.
Als nächstes muss er das Gefühl entwickeln können, dass er sicher ist an Deiner Seite und Du für ihn da bist, wenn er Dich braucht, denn nur so kann er Vertrauen entwickeln.
In dieser Kennenlernphase, die mehrere Wochen dauert, ist es für Deinen Hund nicht wichtig, viele andere Hunde zu treffen, jeden Tag Übungen oder ein Training zu absolvieren und alles mögliche in der Welt da draußen zu sehen. Die meisten Welpen sind damit schlichtweg überfordert, weil alles viel zu schnell geht und auch zuviel Input verarbeitet werden muss – das kann das noch ganz junge Gehirn überhaupt nicht leisten.
Die Folge sind dann ziemlich schnell Verhaltensauffälligkeiten, innere Unruhe, „Aufmüpfig sein“, Beißen, Gewichtsabnahme und so weiter…
Wann Dein Welpe für das ein oder andere bereit ist, hängt von seinem individuellen Entwicklungstempo und seinem Wesen ab, er wird es Dir auf jeden Fall zeigen 😉 Und er wird Dir sehr dankbar sein, wenn Du alles in Ruhe, mit viel Zeit und Geduld angehst und auch unnötigen Druck weglassen kannst!

Wir leben heute in einer Leistungsgesellschaft, alles muss schnell gehen und nach Möglichkeit perfekt sein, deshalb ist es umso wichtiger, bestehende Systeme zu hinterfragen,zu überprüfen und zu schauen, was denn nun tatsächlich notwendig ist und was man vielleicht auch getrost einfach weglassen oder zu einem späteren Zeitpunkt machen kann…
Und Du besitzt eine Intuition, ein Bauchgefühl, das Dir immer den richtigen Weg zeigen kann! 🙂

Wenn Du Unterstützung im Umgang mit Deinem Welpen und für Euren gemeinsamen Alltag brauchst, dann melde Dich gerne per Telefon oder E-Mail bei mir. Gemeinsam werden wir einen für Euch passenden Weg finden!

Alles Liebe wünscht Dir Franziska ♥

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